Altersvorsorge auf der Zielgeraden: Jetzt zählt das richtige Risiko
Das Wichtigste in Kürze
- Mit 30 hast du nach einem Crash Jahrzehnte zum Aufholen – mit 60 nicht mehr.
- Dieselben Prozente treffen am Ende viel größere Beträge: 20 % Verlust sind bei 20.000 € genau 4.000 € – bei 200.000 € schon 40.000 €.
- Ablaufmanagement schichtet schrittweise aus Aktien in schwankungsärmere Anlagen um – weniger Renditechance, dafür deutlich weniger Absturzrisiko.
- Ganz ohne Aktien geht es trotzdem nicht: Das Geld muss auch im Ruhestand noch viele Jahre reichen.
Wer über Jahrzehnte für die Rente spart, schaut vor allem auf den Vermögensaufbau: regelmäßig einzahlen, den Zinseszins arbeiten lassen, eine möglichst attraktive Rendite erzielen. Doch je näher der Ruhestand rückt, desto stärker verändern sich die Rahmenbedingungen. Während jüngere Anleger vor allem von langfristigem Wachstum profitieren, gewinnt kurz vor Rentenbeginn ein anderer Faktor an Bedeutung: der Schutz des bereits aufgebauten Vermögens. Die letzten zehn Jahre vor dem Ruhestand sind deshalb eine eigene Phase der Altersvorsorge.
Der entscheidende Unterschied: dein Anlagehorizont
Wer mit 30 Jahren einen Börsenrückgang erlebt, hat meist noch mehrere Jahrzehnte Zeit, mögliche Verluste wieder auszugleichen. Wer mit 60 kurz vor dem Ruhestand steht, kann diese Zeit möglicherweise nicht mehr aufbringen. Derselbe Kursverlust hat damit in beiden Lebensphasen völlig unterschiedliche Folgen.
Gleiche Prozente, ganz andere Beträge
Hinzu kommt, dass dein Vermögen in den letzten Berufsjahren meist schon eine beträchtliche Größe erreicht hat. Prozentuale Schwankungen wirken sich dann auf wesentlich höhere Summen aus. Ein Börsenverlust von 20 Prozent bedeutet bei einem Depot von 20.000 Euro einen Rückgang um 4.000 Euro – bei 200.000 Euro sind es bereits 40.000 Euro.
Was Ablaufmanagement macht
Du solltest dich deshalb rechtzeitig fragen, welches Risiko du kurz vor dem Ruhestand noch tragen möchtest. Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, dieses Risiko mit näher rückendem Rentenbeginn schrittweise zu senken. Genau hier setzt das Ablaufmanagement an: die gezielte Anpassung der Anlagestrategie an den verbleibenden Zeitraum bis zur Rente.
Dabei wird der Anteil schwankungsreicher Anlagen wie Aktien über mehrere Jahre reduziert und das Kapital beispielsweise in weniger schwankungsanfällige Geldmarktfonds oder hochwertige Anleihen umgeschichtet. Eine solche Anpassung geht in der Regel mit einer geringeren Renditeerwartung einher. Im Gegenzug sinkt die Anfälligkeit für starke Börseneinbrüche. Genau darin liegt das Ziel: Nicht mehr die maximale Rendite steht im Vordergrund, sondern der Schutz des Ersparten.
Was das in Zahlen ausmacht
Wie wirkungsvoll die Umschichtung sein kann, zeigt ein Beispiel. Ausgangspunkt: ein Portfolio von 200.000 Euro, die Aktien fallen um 30 Prozent.
| Aktienquote | Verlust |
|---|---|
| 100 % Aktien | −60.000 € |
| 50 % Aktien | −30.000 € |
| Unterschied | 30.000 € |
Vorausgesetzt, die übrigen Anlagen bleiben wertstabil, macht die halbierte Aktienquote in diesem Beispiel 30.000 Euro aus. Dabei bedeutet eine geringere Aktienquote keineswegs, vollständig auf Erträge zu verzichten: Auch Geldmarktfonds und Anleihen erwirtschaften Zinserträge – ihre Chancen und Risiken fallen nur anders aus als bei Aktien.
Sicherheit und Rendite ausbalancieren
Die Herausforderung besteht darin, beides sinnvoll auszutarieren. Da dein Vermögen auch nach Renteneintritt noch über viele Jahre reichen muss, ist ein vollständiger Verzicht auf Aktien nicht zwangsläufig sinnvoll. Entscheidend ist vielmehr, frühzeitig zu überlegen: Welcher Teil des Kapitals soll zum Rentenbeginn verfügbar sein – und welcher kann weiterhin langfristig investiert bleiben?
Die letzten zehn Jahre vor der Rente markieren damit einen Übergang: vom reinen Vermögensaufbau hin zur gezielten Vorbereitung auf den Ruhestand. Wer seine Strategie rechtzeitig anpasst, verringert das Risiko, dass ausgerechnet ein ungünstiger Börsenzeitpunkt die Planung für den Ruhestand durcheinanderbringt.
So funktioniert es bei Pensionflow
In der Pensionflow-App aktivierst du das Ablaufmanagement mit einem Klick. Ist es eingeschaltet, beginnt die Umschichtung automatisch fünf Jahre vor deinem Rentenbeginn: Je näher der Auszahlungstermin rückt, desto mehr wird schrittweise aus den schwankungsstärkeren Aktien-ETFs in sichere Anleihen umgeschichtet. Bis dahin bleibst du voll investiert – die Absicherung greift erst in diesen letzten fünf Jahren. Das Umschichten erfolgt automatisch, kostenfrei und ohne Abgeltungssteuer.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen und unterstellen wertstabile übrige Anlagen. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
