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ETFs & Fonds

Geldmarktfonds – Wenn Ruhe angesagt ist

Von Pensionflow10. Mai 20263 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Geldmarktfonds investieren in sehr kurzfristige Anlagen und orientieren sich am Referenzzins €STR.
  • Sie sind meist börsentäglich verfügbar und bieten oft höhere Erträge als ein unverzinstes Girokonto.
  • Sinnvoll vor allem, wenn Sicherheit, Flexibilität und kurzfristige Verfügbarkeit wichtiger sind als hohe Renditen.

Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kommt an Risiken meist nicht vorbei. Besonders an der Börse gehören Schwankungen zum Alltag: Kurse steigen und fallen – manchmal auch deutlich. Langfristig verlieren kurzfristige Rückschläge jedoch oft an Bedeutung, denn historisch haben sich Märkte über längere Zeiträume immer wieder erholt. Geduld zahlt sich deshalb häufig aus.

Nicht jede finanzielle Entscheidung ist jedoch auf Jahrzehnte ausgelegt. Manchmal geht es darum, Geld sicher zwischenzuparken – etwa für eine größere Anschaffung, den Kauf einer Immobilie oder in Lebensphasen, in denen Vermögen eher geschützt als aufgebaut werden soll. Wer Geld nur vorübergehend sicher parken möchte, steht dabei oft vor einem Problem: Auf vielen Girokonten gibt es kaum oder gar keine Zinsen. Gleichzeitig soll das Kapital möglichst flexibel verfügbar bleiben und keinen großen Schwankungen ausgesetzt sein. Genau hier können Geldmarktfonds eine interessante Alternative sein.

Was sind Geldmarktfonds?

Geldmarktfonds investieren in sogenannte Geldmarktanlagen – also sehr kurzfristige Kredite und Wertpapiere mit Laufzeiten von oft nur wenigen Wochen oder Monaten. Der Geldmarkt ist vereinfacht gesagt der Ort, an dem Banken, Staaten und große Unternehmen Geld für kurze Zeit aufnehmen oder anlegen. Weil diese Anlagen meist nur kurz laufen, gelten sie im Vergleich zu Aktien oder langfristigen Anleihen als vergleichsweise stabil.

Das Ziel eines Geldmarktfonds ist dabei nicht, hohe Renditen zu erzielen, sondern die Entwicklung der aktuellen kurzfristigen Zinsen möglichst genau abzubilden. Im Euroraum orientieren sich viele Fonds am sogenannten €STR (Euro Short-Term Rate), einem wichtigen Referenzzins am Euro-Geldmarkt. Steigen die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB), profitieren Geldmarktfonds häufig relativ schnell davon – sinken die Zinsen, fallen in der Regel auch die Erträge.

Der Vergleich mit Tages- und Girokonto

Für Anleger funktionieren Geldmarktfonds damit oft wie ein flexibler Parkplatz für Geld: Das Kapital bleibt in der Regel börsentäglich verfügbar, gleichzeitig besteht häufig die Chance auf höhere Erträge als auf einem unverzinsten Girokonto. Deshalb werden Geldmarktfonds oft mit Tages- oder Girokonten verglichen. Beide verfolgen ein ähnliches Ziel – Geld möglichst sicher und flexibel aufzubewahren –, es gibt aber wichtige Unterschiede.

Während Banken selbst entscheiden, welche Zinsen sie auf Kontoguthaben zahlen und diese häufig nur verzögert an steigende Leitzinsen anpassen, orientieren sich Geldmarktfonds meist näher am aktuellen Marktzinsniveau. Auf der anderen Seite gibt es bei Bankkonten die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Geldmarktfonds bieten diesen Schutz nicht, gelten aber als sogenanntes Sondervermögen und bleiben damit grundsätzlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.

Wann Geldmarktfonds sinnvoll sind

Geldmarktfonds sind allerdings nicht für jede Situation die beste Lösung. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, setzt meist weiterhin auf breit gestreute Aktienanlagen. Sinnvoll können Geldmarktfonds dagegen immer dann sein, wenn Sicherheit, Flexibilität und kurzfristige Verfügbarkeit wichtiger werden.

Das kann etwa kurz vor der Rente der Fall sein: Wer über Jahrzehnte Vermögen in Aktien aufgebaut hat, möchte vermeiden, dass ein Börsenrückgang unmittelbar vor dem Ruhestand große Verluste verursacht. Viele Anleger reduzieren deshalb schrittweise ihr Risiko und schichten einen Teil ihres Vermögens in stabilere Anlagen um. Auch in der Rentenphase selbst oder vor größeren Ausgaben – etwa dem Kauf einer Immobilie – können Geldmarktfonds sinnvoll sein. Im Vergleich zu klassischen Girokonten bieten sie häufig höhere Zinserträge, gleichzeitig bleibt das Geld meist flexibel verfügbar.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.