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Märkte & Psychologie

Börsencrash: Wenn die Kurse plötzlich fallen

Von Pensionflow14. Juli 20263 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Crashs gehören seit jeher zur Börse und verlaufen sehr unterschiedlich – von 1929 über 1987 bis zum Corona-Crash 2020.
  • Auslöser sind oft Rezession, Krieg, Pandemie oder Zinsen; Panik und Herdentrieb verstärken den Kursrutsch.
  • Notgroschen, langer Anlagehorizont und breite Streuung helfen, Crashs besonnen zu überstehen.

Wenn Aktienkurse in kurzer Zeit stark einbrechen, überschlagen sich die Schlagzeilen und die Angst vor weiteren Verlusten wächst. Solche Phasen wirken außergewöhnlich, gehören aber seit jeher zur Börse. Wer versteht, was dabei geschieht, kann ruhiger und überlegter reagieren.

Wie unterschiedlich Crashs verlaufen

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie verschieden Crashs ablaufen. Nach dem Einbruch von 1929 verlor der amerikanische Dow Jones bis 1932 fast 90 Prozent seines Wertes. Am „Schwarzen Montag“ 1987 fiel derselbe Index dagegen an nur einem Tag um 22,6 Prozent – der bis heute größte Tagesverlust seiner Geschichte. Beim Corona-Crash 2020 verlor der S&P 500 innerhalb von 33 Tagen rund 34 Prozent, erreichte aber bereits etwa sechs Monate nach seinem vorherigen Höchststand einen neuen Rekord.

Ein Crash kann also sehr kurz sein, während die anschließende Schwäche- oder Erholungsphase Monate oder Jahre dauert. Historisch dauerten Bärenmärkte im S&P 500 im Durchschnitt knapp zehn Monate, wobei einzelne Fälle deutlich davon abwichen.

Crash, Korrektur und Bärenmarkt

Eine feste Definition für einen Börsencrash gibt es nicht. Gemeint ist ein besonders schneller und starker Kurssturz, häufig begleitet von großer Unsicherheit und Panikverkäufen. Davon zu unterscheiden sind eine Korrektur und ein Bärenmarkt: Ein Rückgang von etwa zehn Prozent gegenüber dem letzten Höchststand gilt meist als Korrektur, ab rund 20 Prozent spricht man üblicherweise von einem Bärenmarkt. Ein Crash beschreibt dagegen vor allem die Geschwindigkeit und Heftigkeit des Einbruchs.

Auslöser und die Rolle der Emotionen

Auslöser können eine Rezession, ein Krieg, eine Pandemie, steigende Zinsen oder Probleme im Finanzsystem sein. Solche Ereignisse verändern die Erwartungen der Anleger: Sie rechnen beispielsweise mit niedrigeren Unternehmensgewinnen oder höheren Finanzierungskosten. Sind Aktien zuvor sehr hoch bewertet, können bereits schlechte Nachrichten deutliche Kursverluste auslösen.

Wie daraus ein Crash wird, lässt sich oft nur mit den Emotionen der Anleger erklären. Verkaufen erste Marktteilnehmer aus Angst, fallen die Kurse. Das verunsichert weitere Anleger, die ebenfalls verkaufen – nicht immer, weil sich die Lage der Unternehmen grundlegend verändert hat, sondern weil sie noch größere Verluste befürchten. Dieser Herdentrieb kann eine Abwärtsbewegung verstärken. Kreditfinanzierte Anlagen, Zwangsverkäufe und automatische Handelssysteme können zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.

Wie Anleger besonnen reagieren

Für Anleger ist deshalb wichtig, nicht allein aufgrund von Schlagzeilen zu handeln. Wer nach einem starken Einbruch verkauft, realisiert den Verlust und nimmt an einer möglichen Erholung nicht mehr teil. Das bedeutet jedoch nicht, jede Anlage blind zu behalten: Einzelne Unternehmen können dauerhaft an Wert verlieren oder insolvent werden. Entscheidend ist, ob eine Anlage weiterhin zur eigenen Strategie passt und das Vermögen ausreichend gestreut ist.

Hilfreich sind ein ausreichender Notgroschen, ein langer Anlagehorizont und eine breite Verteilung über verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen. Geld, das bald für Rechnungen oder größere Anschaffungen benötigt wird, gehört nicht in Aktien. Ein langfristiger Sparplan kann während eines Crashs weiterlaufen – bei niedrigeren Kursen werden für dieselbe Sparrate mehr Anteile gekauft.

Vermeiden sollte man hektisches Umschichten und den Versuch, den perfekten Aus- und Wiedereinstieg zu treffen. Dafür müsste man gleich zweimal richtig liegen. Zudem ist eine stark gefallene Aktie nicht automatisch günstig – manche Kurse fallen aus gutem Grund. Besonders schwierig ist das Timing, weil viele der stärksten Börsentage während eines Bärenmarktes oder kurz nach dessen Ende auftreten.

Börsencrashs lassen sich kaum zuverlässig vorhersagen. Vorbereiten kann man sich trotzdem: mit einer finanziellen Reserve, breiter Streuung und einem Risiko, das zur eigenen Situation passt. Wer seinen Plan in ruhigen Zeiten festlegt, muss während eines Crashs weniger improvisieren.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.