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Grundlagen

Nominale vs. reale Rendite: Was wirklich übrig bleibt

Von Pensionflow11. August 20263 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die nominale Rendite zeigt, wie stark dein Geld gewachsen ist – die reale Rendite, was du dir davon tatsächlich mehr leisten kannst.
  • Reale Rendite ≈ nominale Rendite minus Inflation. Exakt: (1 + Rendite) ÷ (1 + Inflation) − 1.
  • 2022 lag die Inflation bei 6,9 % – wer sein Geld unverzinst liegen ließ, verlor real deutlich, obwohl nominal nichts fehlte.
  • Über 20, 30 oder 40 Jahre Altersvorsorge entscheidet die reale Rendite darüber, welchen Lebensstandard dein Vermögen später trägt.

Wer Geld anlegt, schaut meist zuerst auf die Rendite. Hat eine Anlage fünf Prozent Gewinn gemacht, scheint die Rechnung eindeutig. Diese sogenannte nominale Rendite zeigt, wie stark sich der Wert einer Geldanlage verändert hat. Sie berücksichtigt aber nicht, wie sich im gleichen Zeitraum die Preise entwickelt haben. Steigen die ebenfalls, fällt der tatsächliche Wertzuwachs geringer aus. Genau das bildet die reale Rendite ab: Sie rechnet die Inflation heraus und zeigt, wie sich die Kaufkraft des angelegten Vermögens entwickelt hat.

Ein Börsenjahr, zwei Wahrheiten

Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt das Börsenjahr 2023. Der DAX legte um rund 20,3 Prozent zu. Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 5,9 Prozent. Nominal ein hervorragendes Jahr – real blieb davon spürbar weniger übrig.

So rechnest du die reale Rendite

Vereinfacht zieht man die Inflationsrate von der nominalen Rendite ab. Ganz exakt ist das nicht – ein bewusst einfaches Beispiel zeigt, warum:

Startkapital100 €
Nominale Rendite 10 %110 €
Preisniveau steigt um 5 % → geteilt durch 1,05104,76 €
Reale Rendite≈ 4,8 %

Die vereinfachte Rechnung hätte 5 Prozent ergeben. Tatsächlich sind es etwa 4,8 Prozent: Aus 100 Euro werden nominal 110 Euro, aber um ihre Kaufkraft mit der zu Jahresbeginn zu vergleichen, müssen sie durch 1,05 geteilt werden – rund 104,76 Euro. Der Unterschied ist klein, wächst aber mit der Höhe der Zahlen und mit den Jahren.

2022: Nominal nichts verloren, real viel

Das Jahr 2022 macht die Bedeutung besonders deutlich. Die Inflationsrate lag in Deutschland im Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent. Gleichzeitig begann die Europäische Zentralbank erst im Juli 2022, die Zinsen wieder anzuheben. Wer sein Geld in dieser Phase weitgehend unverzinst auf dem Konto liegen ließ, erlitt nominal keinen Verlust. Real verlor das Vermögen jedoch deutlich an Wert, weil die hohe Inflation seine Kaufkraft verringerte – rund 6,5 Prozent in einem einzigen Jahr.

Warum das bei der Altersvorsorge zählt

Inflation wirkt nicht nur in einzelnen Jahren, sondern über lange Zeiträume. Schon geringe Unterschiede zwischen nominaler und realer Rendite wirken sich über mehrere Jahrzehnte deutlich auf die tatsächliche Vermögensentwicklung aus. Bei der Altersvorsorge wird über 20, 30 oder 40 Jahre geplant – Zeiträume, in denen Inflation die Kaufkraft spürbar verändert. Ein Betrag von 3.000 Euro im Monat wird in mehreren Jahrzehnten voraussichtlich nicht mehr denselben Lebensstandard ermöglichen wie heute.

Wer langfristig Vermögen aufbaut, sollte deshalb nicht nur darauf achten, wie stark es nominal wächst, sondern vor allem darauf, welchen realen Wert es nach Berücksichtigung der Inflation besitzt. Genau deshalb setzen wir bei Pensionflow auf breit gestreute Aktien-ETFs: Über lange Zeiträume haben Aktienmärkte die Inflation historisch deutlich geschlagen – ein unverzinstes Konto kann das nicht.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Quellen: Deutsche Bundesbank / Statistisches Bundesamt (Verbraucherpreisindex 2022: +6,9 %, 2023: +5,9 %), DAX-Jahresperformance 2023.