← Alle Artikel
Grundlagen

Diversifikation erklärt: Der feine Unterschied zwischen Investieren und Zocken

Von Pensionflow1. April 20253 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Einzelaktien zu picken lohnt sich für Privatanleger kaum - selbst Profis schlagen den Markt langfristig selten.
  • Diversifikation reduziert unternehmensspezifische (idiosynkratische) Risiken; übrig bleibt das Marktrisiko.
  • Ein gut gestreutes Weltportfolio lässt sich schon mit vier bis fünf ETFs abbilden.

Die Idee, mit Einzelaktien den Markt zu schlagen, ist für viele verlockend. Doch nur wenige verfügen über das nötige Wissen - selbst die meisten Profis übertreffen ihre Benchmark langfristig nicht. Für Privatanleger lohnt sich der Versuch daher kaum. Sinnvoller für die Altersvorsorge ist es, breit gestreut in den Markt zu investieren und so langfristig von dessen Wachstumspotenzial zu profitieren.

Ein zentraler Bestandteil erfolgreichen Investierens ist es also, die Risiken einzelner Unternehmen zu vermeiden und stattdessen breit gestreut zu investieren. Das nennt sich Diversifikation - also das Verteilen des Geldes auf viele verschiedene Aktien oder andere Anlagen. Laut der Portfoliotheorie von Markowitz kann man so das Risiko senken, ohne auf Rendite zu verzichten.

Warum Streuung das Risiko senkt

Die Performance einzelner Unternehmen kann stark variieren - je nachdem, wie gut das Management ist oder welche Produkt- und Unternehmensstrategie verfolgt wird. Läuft alles gut, ist das vorteilhaft. Doch das lässt sich anfangs schwer beurteilen, denn es kann auch schiefgehen: Managementfehler, Skandale oder kriminelle Aktivitäten - wie bei Wirecard - können ein Unternehmen stark belasten.

Solche unternehmensspezifischen Risiken nennt man idiosynkratische Risiken. Sie lassen sich durch Diversifikation gezielt verringern. Wer breit streut, reduziert den Einfluss einzelner Unternehmen auf das Gesamtportfolio. Mit jedem zusätzlichen Titel sinkt das idiosynkratische Risiko weiter. Ab einem gewissen Punkt bleibt nur noch das sogenannte systematische Risiko - also das Marktrisiko. Und genau das will man als langfristiger Anleger: Dieses Risiko ist untrennbar mit den Chancen des Aktienmarkts verbunden - ohne Risiko keine Rendite.

Der Effekt der unperfekten Korrelation

Die Diversifikation hat noch einen weiteren wichtigen Vorteil - und der liegt an der sogenannten unperfekten Korrelation. Einfach gesagt: Unternehmen entwickeln sich nicht immer gleich - wenn eine Aktie fällt, kann eine andere steigen. So gleichen sich die Schwankungen teilweise aus. Genau dieser Effekt sorgt dafür, dass die Schwankungen im Portfolio abgefedert werden. Die langfristige Renditeerwartung bleibt trotzdem erhalten, lediglich das Risiko wird durch breitere Streuung reduziert.

Mit ETFs zum Weltportfolio

ETFs machen es besonders einfach, breit gestreut zu investieren. Sie bilden ganze Märkte ab - etwa den DAX -, sodass man mit nur einem Wertpapier in die größten deutschen Unternehmen investieren kann. Sinnvoll ist jedoch eine globale Streuung - über Europa, die USA, Japan bis hin zu Schwellenländern.

Oft wird der MSCI World als ideale Lösung genannt. Doch Vorsicht: Über 70 % des Index entfallen auf US-Unternehmen, Schwellenländer fehlen ganz - eine wirklich ausgewogene regionale Streuung ist das nicht. Ein gut diversifiziertes Weltportfolio lässt sich bereits mit vier bis fünf ETFs abbilden - jeweils einer pro Region.

Bereit für deine Altersvorsorge?

Berechne deine Rentenlücke in 30 Sekunden – kostenlos mit dem Pensionflow Rentenrechner.

Jetzt berechnen →

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.